5 überraschende Facetten von Dagmar Wöhrl

Vielen ist Dagmar Wöhrl vor allem als Politikerin bekannt, denn mehr als 23 Jahre war sie im Deutschen Bundestag als Abgeordnete für den Wahlkreis Nürnberg tätig. Seit September 2017 dürfte sie den meisten jedoch aus der beliebten VOX Gründershow „Die Höhle der Löwen“ bekannt sein. Dort machte sie unter anderem Deals mit Grace Flowerbox, Morotai oder Happy Po. Neben ihren Aktivitäten im Familienunternehmen und als erfolgreiche Investorin, unterstützt sie zahlreiche wohltätige Zwecke und ist in verschiedenen Organisationen aktiv. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir Dagmar Wöhrl als Schirmherrin für unseren StartupSpot Female Founders gewinnen konnten. Heute stellen wir euch fünf überraschende Facetten von Dagmar Wöhrl vor.

1. Die Quereinsteigerin

1994 zog Dagmar Wöhrl erstmals als Abgeordnete in den Deutschen Bundestag ein, indem sie ihren Wahlkreis Nürnberg Nord für die CSU gewann. Als politische Quereinsteigern und Frau stieß sie im männerdominierten Wirtschaftsausschuss zunächst noch auf Skepsis und Vorurteile, konnte sich jedoch rasch als wichtige Persönlichkeit innerhalb ihrer Partei etablieren. Während ihrer politischen Karriere wurden ihr hohe Ämter anvertraut: Sie war als Landesschatzmeisterin der CSU, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und sogar als parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie aktiv. In diesen Funktionen war es ihr damals schon ein Herzensanliegen, Startups und Kreative zu fördern und für sie die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. 2016 entschied Wöhrl sich, nicht wieder für den Deutschen Bundestag zu kandidieren, und schied nach 23 Jahren 2017 aus.

 2. Die Couragierte

Während ihrer Zeit als aktive Abgeordnete für die CSU im Bundestag stach Dagmar Wöhrl durch ihre unkonventionelle Art, Dinge offen anzusprechen und anzugehen, hervor. So sorgte sie gegen heftigste Widerstände für die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz. Schon 2014 sprach sie sich zum Beispiel in einem Interview entgegen der Meinung vieler Parteikollegen für die gleichgeschlechtliche Ehe aus: „Ich persönlich habe kein Problem mit der Homoehe. Die Ehe ist für mich immer konservativ. Wenn zwei Menschen füreinander einstehen, egal welches Geschlecht, ist das für mich konservativ“. Zudem stimmte sie bei der Bundestagsabstimmung über die „Ehe für alle“ als eine der wenigen CSU-Abgeordneten mit JA. „Eine Partei mag Orientierung sein, aber sie kann das eigene Gewissen nicht ersetzen“, so Wöhrl bei ihrer Abschiedsrede im Deutschen Bundestag.

 3. Die Trägerin des Deutschen Bundesverdienstkreuzes

2008 wurde Wöhrl vom damaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert das Deutsche Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Diese Auszeichnung erhielt sie vor allem für ihr ehrenamtliches Engagement als Tierschützerin, ihre zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Hilfsorganisationen,  und ihrer eigenen Emanuel Wöhrl Stiftung, die sich weltweit für das Wohl von Kindern einsetzt. Ein Jahr später wurde sie mit dem Bayerischen Verdienstorden für ihre politische Arbeit geehrt. 2017 wurde sie zusätzlich mit der Bayrischen Verfassungsmedaille in Silber ausgezeichnet. Würde man bei so einer Karriere rückblickend überhaupt irgendetwas anders machen? „Meinem 20-jährigen Ich würde ich sagen: Trau dich ruhig, mehr Fehler zu machen! Denn jeder Fehler ist eine Erfahrung – und Erfahrungen machen den Erfolg erst möglich“, erzählt uns Wöhrl. „Das würde ich auch jeder jungen Gründerin sagen: Scheitern Sie, aber kapitulieren Sie nicht! Niemals.“

4. Die Unternehmerin

Der breiten Masse dürfte Dagmar Wöhrl vor allem seit ihrem Mitwirken bei „Die Höhle der Löwen“ ein Begriff sein – dort vertritt sie als Investorin das Familienunternehmen INTRO-Verwaltungs GmbH. Dabei ist Wöhrl schon seit vielen Jahren unternehmerisch tätig. Nachdem sie 1987 ihr Jurastudium mit dem zweiten Staatsexamen abschloss, gründete sie  u.a. zwei Parkhausverwaltungsfirmen. Eine verkaufte sie 2007 , bei der anderen, der Nürnberger MiDa-Parkverwaltungs- und Werbegesellschaft mbH, ist sie noch heute als geschäftsführende Gesellschafterin aktiv. Außerdem ist Wöhrl mit der DGWoehrl Consulting GmbH selbstständig als Beraterin für Unternehmen und Startups tätig.

 5. Die Startup-Versteherin

Wenn es um die Zusammenarbeit mit Startups geht, sieht Wöhrl ihre politische Vergangenheit als Vorteil an. „In meiner Doppelrolle als langjährige (Wirtschafts-)Politikerin und Unternehmerin kenne ich „the Big Picture“, also die Bedingungen und Hintergründe, die es einem Gründer schwer oder manchmal auch leichter machen, Markt zu erobern und dort langfristig erfolgreich zu sein“, so Wöhrl bei uns im Interview. An die jetzige Politik äußert sie vor allem einen Wunsch, wenn es um die Förderung von Gründerinnen geht: „Wir brauchen eine Politik, die Frauen mit neuen Flexibilitätsangeboten und Betreuungsmöglichkeiten den Rücken freihält und hilft, berufliche Selbständigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen“.

Dagmar Wöhrl – Schirmherrin des StartupSpot Female Founders

„Frauen können die Welt verändern, wenn sie ihr Potenzial ausschöpfen! Aus öffentlichen Veranstaltungen und persönlichen Begegnungen kenne ich so viele Frauen, die tough, mutig, kreativ und erfolgreich sind. Unser Land ist auf das Know-how und die Leistung qualifizierter Frauen angewiesen“, antwortet uns Wöhrl auf die Frage, weswegen ihr das Thema Female Foundership so wichtig ist. Sie ist der festen Überzeugung: „Divers aufgestellte Teams sind erfolgreicher! Frauen sind heute so gut ausgebildet wie nie zuvor. Mädchen sind besser in der Schule. Mehr als die Hälfte der Abiturienten und der Hochschulabsolventen sind weiblich. Aber sehen Sie sich doch in der Gründerszene oder in den Chefetagen der Wirtschaft um: Ein Meer aus Krawatten!“

Und genau das muss sich ändern. Um dies zu erreichen, müssen Gründerinnen sichtbarer werden. Deswegen ist der StartupSpot Female Founders für Dagmar Wöhrl ein Herzensprojekt: „Wir brauchen mehr Frauen, die selbstbewusst sind, groß denken und unternehmerisch handeln. Dafür mache ich mich stark. Mir ist es wichtig, dass junge Frauen sich trauen, ihren Traum zu leben und zu realisieren. Ich will eine weiblichere Unternehmenskultur und mehr Gründerinnengeist hierzulande.“

Beim Launch des StartupSpot Female Founders konnte Dagmar Wöhrl leider nicht persönlich anwesend sein. Dafür schickte sie uns aber diese lieben Worte per Videobotschaft:

Über den StartupSpot Female Founders

Es gibt sie, die Gründerinnen – und wir machen sie jetzt sichtbar! Mit dem StartupSpot Female Founders haben wir eine nationale Datenbank geschaffen, in der alle Startups mit mindestens einem weiblichen Gründungsmitglied zu finden sind. Dort bieten wir einen permanenten Einblick über die Entwicklung des Startup-Ökosystems, das von weiblichen Gründern mitgeprägt wird. Über 25 % der deutschen Startup-Teams haben mindestens ein weibliches Gründungsmitglied. Diese Zahl macht deutlich, dass weibliche Gründer keine Randerscheinung mehr sind! Gemeinsam mit unserer Schirmherrin Dagmar Wöhrl, unseren Ambassadoren und unseren Partnern QVC NEXT und Digital Media Women sorgen wir für mehr Sichtbarkeit von weiblichen Rolemodels und ihren Erfolgen! Spannende Geschichten über starke Gründerinnen erwarten euch hier in unserem Female Founders Dossier.