CODE_n CONTEST 2018: Airfox aus Boston gewinnt mit Blockchain-App für Mikrokredite

Am Dienstagabend wurde das amerikanische Fintech-Startup Airfox  in Stuttgart beim CODE_n CONTEST als Gesamtsieger mit dem mit 15.000 Euro dotierten „Overall CODE_n Award“ sowie dem Preis in der Kategorie „Best Business Model“ ausgezeichnet. Wir fassen die Höhepunkte des Wettbewerbs zusammen.


Ob einfache Bareinzahlungen, Mikrokredite oder internationale Überweisungen – ein Bankkonto ist die Voraussetzung für viele wichtige Finanzdienstleistungen. Die Android-App des Startups Airfox aus Boston ermöglicht überall auf der Welt Menschen, die keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Kreditinstituten haben, diese unkompliziert per Smartphone in Anspruch nehmen zu können. Hierfür hat Airfox mithilfe der Blockchain-Technologie ein revolutionäres Mikrokreditprogramm entwickelt.

Katie Sedat, Head of Marketing des Gewinner-Startups Airfox, nimmt den Preis von Jury-Mitglied Moritz Gräter (Managing Director, CODE_n) auf dem new.New Festival entgegen.

„Durch den Erfolg beim Wettbewerb hoffen wir, dass unser Projekt noch bekannter wird und dadurch mehr Menschen die Möglichkeit haben von der App zu profitieren. Es ist das erste Mal, dass wir unser Konzept in Europa vorstellen konnten. Wir waren bei vielen Konferenzen rund um den Globus, aber dieses Event ist durch seine familiäre Atmosphäre einzigartig. Der Austausch mit den anderen Startups und Festivalteilnehmern ist eine tolle Erfahrung für uns“, freut sich Katie Sedat, Marketingchefin bei Airfox.

Sieger-Startups überzeugen mit wegweisenden Geschäftsmodellen

Der CODE_n CONTEST fand im Rahmen des new.New Festivals 2018 statt, bei dem sich alles um das Thema „Intelligence X.0“ und die Chancen der digitalen Transformation dreht. 50 Startups präsentierten in den Kategorien Beyond Reality, Machine Intelligence und Cryptographic Trust ihre innovativen Geschäftsmodelle einem internationalen Publikum. Die besten zehn hatten am Dienstag noch einmal die Gelegenheit ihre Konzepte auf der Mainstage vor einer fachkundigen VIP-Jury zu pitchen. Bei der CODE_n Award Show am Dienstagabend kürte die Jury neben dem Gesamtsieger die Gewinner der Kategorien „Best Business Model“, „Best Tech Innovation“ und „Best Industry Disruptor“.

Jeder Gewinner erhält neben dem Award ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Sieger der Kategorie „Best Industry Disruptor“ wurde das deutsche Startup thingsTHINKING. Das junge Unternehmen aus Karlsruhe entwickelt semantische Softwarelösungen, die es Computern ermöglichen, menschliche Sprache zu verstehen. Die Software kombiniert graphenbasiertes Wissen (top-down) mit Deep Learning (bottom-up). Damit löst es Probleme, die sonst bei isolierter Nutzung der beiden Technologien auftreten.

Das Startup Six Degrees Space aus Jerusalem konnte sich in der Kategorie „Best Tech Innovation“ durchsetzen. Seine innovative optische Tracking-Systemtechnologie kombiniert Optik, Elektronik und Algorithmen. Sie ist in unterschiedlichen Hardwaresystemen wie VR-Headsets, Automobilen oder Drohnen einsetzbar. Die Technologie bietet eine optische Verfolgung von kamerabasierten Positionsverfolgungssystemen in Echtzeit und setzt Maßstäbe in Sachen Geschwindigkeit und Genauigkeit.

Contest-Gewinner und VIP-Jury feiern gemeinsam auf der Bühne des new.New Festivals in Stuttgart.  V.l.n.r. Moritz Gräter (Managing Director CODE_n), Daniel Ramamoorthy (Moderator), Sven Körner (Co-Founder thingsThinking), Daniel Greenspan (Co-Founder Six Degrees Space), Marika Lulay (CEO GFT Technologies), Katie Sedat (Head of Marketing Airfox), Christian Roth (Geschäftsführer LEA Partners), Dieter Feder (Head of Ideation Lab1886 Daimler AG).

Am Anfang standen über 300 Wettbewerber aus 42 Ländern

„In diesem Jahr hat sich das CODE_n Team das Ziel gesetzt, einen Hidden Champion und gleichzeitig einen der größten europäischen Wirtschafts- und Industriestandorte ins Rampenlicht zu rücken. Die Auswahl der Finalisten aus über 300 Bewerbungen war nicht leicht – die Kür des Gewinners noch schwerer. Alle Finalisten bewegen sich auf einem absolut erstklassigen Niveau, sei es technologisch, ökonomisch oder visionär. Aus diesem Grund vergeben wir in diesem Jahr gleich vier Awards. Ich freue mich sehr, hier in Stuttgart den Gewinnern aus Karlsruhe, Jerusalem und Boston zu absolut wegweisenden Geschäftsmodellen gratulieren zu dürfen“, erklärt Moritz Gräter, Jurymitglied und Managing Director von CODE_n.

Bei dem Startup-Wettbewerb hatten 313 Bewerber aus 42 Nationen ihre Geschäftsmodelle eingereicht. 50 Startups aus 15 Ländern, darunter Brasilien, Südafrika, die USA, Italien, Spanien, Litauen, und Deutschland, schafften es ins Finale und erhielten damit die Chance sich auf dem new.New Festival 2018 vorzustellen.

Die Top 10 Finalisten auf einen Blick:

• Airfox (USA/Cryptographic Trust)
• Sixdof Space (Israel/Beyond Reality)
• thingsTHINKING GmbH (Deutschland/Machine Intelligence)
• XAIN (Deutschland/Cryptographic Trust)
• Holo-Light (Österreich/Beyond Reality)
• i2x (Deutschland/Machine Intelligence)
• IT-Labs GmbH (Deutschland/Machine Intelligence)
• Rosey Corp (USA/Machine Intelligence)
• Nama Software (Brasilien/Machine Intelligence)
• Decibel.LIVE (Niederlande/Cryptographic Trust)

Große Erfolge für frühere Gewinner

Seit 2012 haben sich mehr als 1.900 junge Unternehmen aus 85 Ländern bei CODE_n beworben. Nach dem damals noch unbekannten Unternehmen myTaxi aus Hamburg im Jahr 2012 folgten Changers.com aus Berlin und Greenclouds aus Rotterdam (beide 2013), Viewsy aus London (2014), relayr aus Berlin (2015) und Xarion aus Wien (2016). 2017 pausierte das Festival. Das gerade einmal fünf Jahre alte Berliner Startup relayr entwickelte sich nach seinem Sieg beim CODE_n CONTEST so erfolgreich, dass der Versicherungskonzern Munich Re es Anfang September für 300 Millionen US-Dollar übernahm.

Fotos: CODE_n