Die Digital Media Women in Austin

Wie steht es um die Digitalisierung in Afrika? Was können Gründerinnen – und natürlich auch Gründer – von Kindern lernen? Wie funktioniert 3D-Druck aus Plastikmüll? So vielfältig wie die Frauen beim Treffen der Digital Media Women in Austin waren auch ihre Themen. Wir waren bei einem Treffen der ganz besonderen Art dabei.

Seit 2010 gibt es den eingetragenen Verein Digital Media Women (DMW). Ein Auslöser für die Gründung war die Tatsache, dass gerade bei Digitalkonferenzen der Anteil der Frauen auf der Bühne unverhältnismäßig niedrig war – und leider häufig immer noch ist. Die DMW haben es sich daher zum Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit von Frauen auf allen Bühnen zu erhöhen. Sie unterstützen und vernetzen auf zahlreichen Veranstaltungen Frauen, die den digitalen Wandel vorantreiben und mischen sich überall dort ein, wo die Gleichberechtigung noch nicht erreicht ist.

Chelsea Collier und Sanja Stankovic

Mittlerweile sind die Digital Media Women in neun deutschen Städten und Regionen aktiv. Und einmal im Jahr auch in den USA. Vor ein paar Tagen luden Sanja Stankovic, eine der Gründerinnen der DMW, und Chelsea Collier, Gründerin von Intercambio (Mission: „Connecting people to do good things.“) zum Digital Media Women Day in Austin, Texas statt. Der fand natürlich im Rahmen des South by Southwest Festivals statt, das mit einem riesigem Eventangebot lockt.

Tolle Frauen mit spannenden Themen

Der DMW Day war ausgezeichnet besucht, was für das abwechslungsreiche Programm spricht. Klar, es gab kalte Getränke und leckere Burger, schließlich hieß der Schauplatz, zumindest für ein paar Tage, „Reeperbahn Hamburgers“. Richtig gelohnt hat sich der Nachmittag aber wegen der tollen Frauen und ihrer hochinteressanten Beiträge. Insgesamt gab es 15 Auftritte, die alle gern noch länger hätten dauern können, aber schon stand jeweils das nächste Thema auf der Tagesordnung.

Robyn Metcalfe und Chelsea Collier

Eine besonders eindrucksvolle Persönlichkeit ist sicherlich Robyn Metcalfe, die über „Food and The Future“ sprach. Sie bringt unter anderem die Zeitschrift Food+City heraus, die sich damit beschäftigt, wie Menschen zukünftig mit Nahrung versorgt werden. Erwähnen sollten wir auch unbedingt den Beitrag von Morgan Hamel. Die bat nämlich, eine aktuelle Kickstarter-Kampagne zu unterstützen. 50.000 US-Dollar sind das Ziel für den Gigabot X, einen 3D-Drucker, der recycelten Plastikmüll verwendet.

Geraldine de Bastion

Damit haben wir eine der eingangs gestellten Fragen schonmal aufgegriffen. Und wie geht nun die Digitalisierung in Afrika voran? Auf jeden Fall wesentlich schneller, als viele vermuten werden. Geraldine de Bastion, die eine wichtige Rolle bei der Organisation der re:publica in Berlin spielt, hat sich in Kenia, Ruanda und Ghana umgesehen und festgestellt, dass diese Länder in mancher Hinsicht sogar weiter sind als Deutschland. Mobile Payment beispielsweise ist in Teilen Afrikas eine absolute Selbstverständlichkeit. Über ihre Erfahrungen hat Geraldine einen Film gedreht, der demnächst auf Arte zu sehen sein wird.

Kathrin Kistner

Was Entrepreneure von Kindern lernen können, fasste Kathrin Kistner von Qualitize aus Hamburg zusammen. Ihr bester Lehrmeister ist nicht selten ihr dreijähriger Sohn. Der ist ständig neugierig auf neue Eindrücke, steht immer wieder auf, wenn er hinfällt, und redet so lange, bis ihm jeder zuhört. Besonders der letzte Punkt ist gerade für Frauen von großer Bedeutung. In männerdominierten Branchen finden Frauen leider immer noch nicht gebührend Gehör und sollten sich keineswegs entmutigen lassen, wenn sie etwas Wichtiges zu sagen haben.

Bald startet der StratupSpot Female Founders

Da hilft es, wenn Gründerinnen eine Plattform bekommen, auf der sie ihre Geschichten erzählen können wie beim Digital Media Women Day. Eine solche Plattform wird der StartupSpot Female Founders sein. Sanja Stankovic, die auch einer der Gründerinnen von Hamburg Startups und dem StartupSpot ist, kündigte in Austin die neueste Erweiterung unseres Angebots an. Ein Quartettspiel mit erfolgreichen Gründerinnen gibt es schon, die offizielle Eröffnung des StartupSpot Female Founders wird bald folgen. Wir halten Euch auf dem Laufenden!