Liebe Gründer, seid professionell zu euren Angestellten

Kolumne

Flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und ein motiviertes Team, das sind unter anderem die Vorzüge, wenn man in einem Startup arbeitet. Viele Gründer träumen vom legeren Umgang mit Angestellten und verlieren dadurch aber an Glaubwürdigkeit und Führungsqualität.

Flache Hierarchien

Ja, es ist schon super, wenn man mit dem Chef nach der Arbeit mal einen Gin Tonic trinkt, und das „Du“ ist natürlich ein absolutes muss in der Startup-Szene. Auch Freundschaften enstehen oft zwischen Chef und Angestellten. Doch es gibt viele Gründe, warum man lieber auf professioneller Distanz bleiben sollte. Eine Beziehung, die über das normale Arbeitsverhältnis hinaus geht, bringt immer viele Probleme mit sich. Das geht dann schon bei einer Gehaltserhöhung los, wenn das Startup aus den Kinderschuhen raus gewachsen ist. Wer möchte schon gerne seinen Freund oder Freundin um mehr Geld bitten? Ein „Du“ ist natürlich absolut Möglich und nicht negativ, dennoch sollte man immer eine professionelle Distanz behalten.

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Arbeitszeiten 24/7

Arbeitszeiten, wahrscheinlich das größte Problem. Gründer brennen für ihr Unternehmen, und möchten auch, dass ihre Angestellten das tun. Sie locken Personal mit wenig Lohn aber dafür flexible Arbeitszeiten in einem coolen Umfeld. Liebe Gründer, flexible Arbeitszeiten bedeutet nicht, dass eure Angestellten auch noch um 23 Uhr für euch verfügbar sind, nur weil ihr etwas zeitkritisches verplant habt. Und auch Überstunden sind zu vergüten oder mit Freizeit auszugleichen. Müde und unmotivierte Angestellte sind nicht nur wenig Leistungsfähig sondern auch Gift fürs Unternehmen.

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Zu leger bedeutet nachlässig

Ja, es ist total super, wenn der Chef einem so vertraut, dass man die ganze Woche Homeoffice machen kann. Anders geht es ja bei Startups am Anfang auch kaum, da die wenigstens gleich ein super fancy Büro in Berlin Mitte haben. Aber Eure Angestellten brauchen schon etwas Führung, denn du bist jetzt ein/e Unternehmer/in und verantwortlich für die Leistung deiner Angestellten. Wenn du nicht die Möglichkeit hast deine Angestellten in einen Raum zu versammeln, dann kontaktiere sie täglich via Skype oder Telefonkonferenz, denn deine Angestellten wissen nicht, was du von ihnen verlangst, wenn du nicht erreichbar bist oder keine Anweisungen bzw. Anleitungen gibst. Zudem sollte natürlich der Chef selbst als gutes Beispiel voran gehen, und nicht bis um 10 Uhr sein Handy auf Schlafmodus haben und E-Mails nur ein mal die Woche beantworten.

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Lerne ein Unternehmen zu führen

Gründer sind nicht immer frisch von der Uni, aber dennoch oft unerfahren in Unternehmensführung. Das gibt es richtig tolle Workshops, Literatur und Vorträge, wo man als Ex-Angestellter lernen kann, wie man mit seinen Angestellten eine gute Ebene findet – in der man ernst genommen wird, aber dennoch eine flache Hierarchie bieten kann. Die meisten denken, man wächst da einfach so rein, so ist es aber nicht. Mitarbeiter zu leiten, gehört sicherlich zu den schwierigsten Aufgaben, die man sich als Gründer stellen muss. Auch Investoren merken sofort, wenn ihr euer Unternehmen nicht konsequent leitet, lasst Euch also von Profis unter die Arme greifen.

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Unsere Experten zu dem Thema

Elke Fleing:  Coaching, Beratung und Sparringspartner für Startups und KMUs. Positionierung, Wachstum und externe Unternehmenskommunikation, Marketing Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich Pitchtraining: Sowohl Pitch Decks zu bauen, als auch die Präsentation selbst zu trainieren.

Florian Schleinig: Systemisches Coaching. Professionelle Beratung, Begleitung und Unterstützung für Experten in Unternehmen und Agenturen und für Personen mit Führungsfunktionen

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Zur Autorin

Conny Nolzen absolvierte ein Volontariat bei deutsche-startups.de in Berlin. Dort lernte sie die Berliner-Startup Szene von allen Seiten kennen. Da ihr Herz aber an ihrer Heimat Hamburg hing, ging sie nach dem Volo zurück nach Hamburg. Dort arbeitete sie zunächst, für eine kurze Zeit, für ein Startup. Seit Februar ist sie nun festes Redaktionsmitglied bei Hamburg Startups. Da Conny auch gelernte Pferdewirtin ist, gründete sie nebenbei im April 2017 kurzerhand selbst ein Startup für die Reiterwelt. Aus diesen Erfahrungen heraus, schreibt sie nun jede Woche eine Kolumne für den startupspot. Anregungen, Kritik und Themenvorschläge könnt ihr gerne an conny.nolzen@hamburg-startups.net senden.

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