Zu Gast bei den Geekettes – Female Founders Edition

Die Geekettes, ein internationales Netzwerk von Frauen primär aus der Tech-Branche, haben wir ja in unserem Beitrag über Netzwerke für erfolgreiche Frauen schon kurz vorgestellt. Nun fand gerade ein Treffen der Hamburger Delegation unter dem Motto „Dine & Discuss – Female Founders Edition“ statt. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und dabei jede Menge wertvolle Tipps geholt.

„Dine & Discuss“ ist ein Eventformat, das die Hamburger Geekettes nach längerer Pause reaktiviert haben – mit großem Erfolg! Am 18. Juli stand die „Female Founders Edition“ auf dem Programm. Das Prinzip ist ganz einfach: Insgesamt zehn Frauen berichten jeweils sieben Minuten (oder ein bisschen länger), welche Erfahrungen sie im Berufsleben gemacht haben. Vorher, zwischendurch und hinterher gibt es noch reichlich Gelegenheit zum Dinieren und Diskutieren.

Die Gastgeberin und mehrfache Gründerin Janina Otto

Schauplatz des Geschehens war der kleine Coworking Space mit dem naheliegenden Namen CoWork. Eine der Gründerinnen des Büroraumanbieters für Startups ist ein besonders bemerkenswertes Exemplar der Sorte „Female Founders“; Janina Otto steckt nämlich auch hinter dem Food-Startup Frau Ultrafrisch ist zudem noch Landwirtin auf einem Bio-Bauernhof.

Hilfreiche Tipps statt reine Unternehmenspräsentationen

Bei ihrem Vortrag stand allerdings keines ihrer Unternehmen im Mittelpunkt. Vielmehr erzählte sie von ihren Motiven und Erkenntnissen auf eine Weise, dass die Zuhörerinnen davon Tipps und Anregungen für ihre eigene (noch zu vollziehende) Gründung mitnehmen konnten. Dieses Prinzip zog sich praktisch durch alle Beiträge: Die Gründerinnen wollten weniger imponieren als inspirieren.

Theresa Grotendorst zählt auf, was für Gründerinnen wichtig ist.

Theresa Grotendorst von Fobizz brachte gleich einen ganzen Katalog von Handlungsempfehlungen für Selbständige und Gründerinnen mit. „Fokussiere dich auf deine Leidenschaft, nicht das Geld“, lautete eine ihrer Maximen. Obwohl Geld natürlich nicht grundsätzlich zu vernachlässigen sei; Verdienst und Zeitaufwand sollten schon in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Wie übrigens auch der Anteil der Arbeit, die nur den Status Quo erhält, im Vergleich zu den Maßnahmen, die das Unternehmen voranbringen. Dazu passt auch eine weitere goldene Regel: „Arbeite an deinem Unternehmen, nicht in deinem Unternehmen.“

Eine erfolgreiche Gründerin braucht ein gutes Team

Soll heißen: Wer in der Verantwortung für ein Startup steht, sollte so viele Tätigkeiten wie möglich delegieren, um sich ganz der Weiterentwicklung des Geschäfts widmen zu können. Womit wir beim Thema Team angekommen wären. Ein gutes Team ist für eine solche Vorgehensweise unverzichtbar und hilft beispielsweise auch schüchternen Menschen. Zu dieser Kategorie zählt sich Teresa Holfeld, was sie aber nicht davon abgehalten hat, die Hamburg Coding School zu gründen. Teresas Hörtipp für Schüchterne ist ein Podcast mit dem schönen Namen Hiding in the Bathroom (gibt’s auch als Buch).

Freya Oehle sprach übers Scheitern und die Bedeutung des Teams.

„Team schlägt Idee“ lautet eine oft zitierte Startup-Weisheit, und das bestätigte auch Freya Oehle in ihrem Beitrag. Vorrangig ging es darin allerdings um das Scheitern. Wobei ihr Startup Spottster gar nicht krachend gescheitert ist; es war irgendwann einfach der Zeitpunkt erreicht, wo keine große Entwicklung mehr möglich schien. Die Preisalarm-Plattform Spottster war durch „Die Höhle der Löwen“ auch ohne Deal bundesweit bekannt geworden. Das Medienecho war gewaltig, der wirtschaftliche Erfolg blieb überschaubar, das Ende war dann eine Vernunftentscheidung. Das Team blieb allerdings weitgehend zusammen und arbeitet längst an bereits laufenden und im Kürze entstehenden Projekten.

Das Treffen der Geekettes brachte eine Fülle weiterer Geschichten und Erkenntnisse, die gleich für mehrere Artikel reichen würden. Bemerkenswert auch die Vielfalt der Startups; beispielhaft seien hier nur das Innovationslabor XO Projects, die Tampon-Marke Mylily und SofaConcerts, die Internetplattform für Wohnzimmerkonzerte, genannt. Das größte Plus von Veranstaltungen wie dieser ist jedoch, dass sie Gründerinnen die Möglichkeit geben sich auszutauschen und andere Frauen dazu animieren, ebenfalls zu gründen. Schließlich sollte es noch viel mehr Female Founders geben.

Über den StartupSpot Female Founders

Es gibt sie, die Gründerinnen – und wir machen sie jetzt sichtbar! Mit dem StartupSpot Female Founders haben wir eine nationale Datenbank geschaffen, in der alle Startups mit mindestens einem weiblichen Gründungsmitglied zu finden sind. Dort bieten wir einen permanenten Einblick über die Entwicklung des Startup-Ökosystems, das von weiblichen Gründern mitgeprägt wird. Über 25 % der deutschen Startup-Teams haben mindestens ein weibliches Gründungsmitglied. Diese Zahl macht deutlich, dass weibliche Gründer keine Randerscheinung mehr sind! Gemeinsam mit unserer Schirmherrin Dagmar Wöhrl, unseren Ambassadoren und unseren Partnern QVC NEXT und Digital Media Women sorgen wir für mehr Sichtbarkeit von weiblichen Rolemodels und ihren Erfolgen! Spannende Geschichten über starke Gründerinnen erwarten euch hier in unserem Female Founders Dossier.