Natascha Hoffner: „Gründen heißt auch immer verkaufen“

Natascha Hoffner, Geschäftsführerin der messe.rocks GmbH und Gründerin der herCAREER, der Leitmesse für die weibliche Karriere, welche ein mal im Jahr statt findet. Auch in diesem Jahr war die Messe wieder ein voller Erfolg und wir wollten mal wissen, welche Tipps Natascha für Gründer hat und wie sie ihr Netzwerk offline und online aufgebaut hat.

 

Natascha, du bist eine sehr gute Netzwerkerin, vor allem auf Facebook hast du eine erfolgreiche Gruppe und ein sehr gutes Netzwerk. Was sind deine Tipps und Tricks für Gründerinnen in Sachen Netzwerken? 

Das war nicht immer so. Erst durch meine Selbstständigkeit habe ich verstanden, dass ich mir über all die Jahre ein sehr gutes Netzwerk aufgebaut habe. Und genau das war unglaublich hilfreich beim Aufbau meines Unternehmens, denn wir hatten von Beginn an viele Partner und Unterstützer, Referenten sowie Aussteller, die mit uns die Messe herCAREER begleitet haben. Es gab ein Vertrauen in uns und unser Projekt, weil man das Team dahinter bereits kannte.

Grundsätzlich kann ich sagen: Netzwerken ist unglaublich viel Arbeit. Das geht nicht von heute auf morgen. Unsere Gruppen und Seiten haben wir über Jahre aufgebaut, immer mit dem Ansatz: Andere sollen einen Mehrwert davon haben.

Wie nutzt du dein Netzwerk auf den Social Media Kanälen?

Wir haben uns entschieden, einerseits als Messe, anderseits als Online-Plattform zu fungieren, die Angebote bündelt. Und das sind immer Angebote, von denen ich selbst sage: Das ist eine Information, die Frauen in ihrem Berufsleben einen Mehrwert bietet.  Wir haben inzwischen verschiedene Gruppen:

  • herCAREER zum Erfahrungsaustausch bei Facebook und neuerdings auch bei LinkedIn
  • herCAREER – die Messe – eine Facebook-Seite & LinkedIn-Seite mit spannenden Artikeln über Frauen in der Arbeitswelt
  • Gründer-Pitches: Hier dürfen männliche Gründer/-teams virtuell um eine Mitgründerin pitchen und auf der Messe selbst gibt es das Format dann live in Person
  • Podcast Collection – in der Gruppe bei Facebook sammeln wir spannende Podcasts, TV-Sendungen, Videomitschnitte in Zusammenhang mit Arbeit und Unternehmertum
  • Netzwerkveranstaltungen für Frauen – Hier bündeln wir wie in allen anderen Gruppen mit der Community offline Events zum Austauchen, Netzwerken und voneinander lernen.

Zudem gibt es auf unserer Webseite und in unserem Newsletter zahlreiche Interviews von Speakern, die sich auf der Messe in unseren verschiedenen Formaten mit ihrer Expertise einbringen. Die Interviews nehmen Bezug auf das Wissen, das auf der herCAREER geteilt wird und fragt zudem bei den Beteiligten ab, ob und zu welchen Themen sie im Vorfeld, auf der Messe aber auch im Nachgang als Sparringspartner fungieren sowie zu welchen Themen sie selbst einen Sparringspartner suchen. Unser Ansatz ist auch hier: Menschen miteinander zu verbinden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne uns nicht zusammengefunden hätten.

Xing, LinkedIn oder Facebook – was ist für dich am „besten“?

Ich nutze alle mir zur Verfügung stehenden Kanäle. Tatsächlich den einen mehr, den anderen weniger. LinkedIn hat heute einen sehr guten Newsstream. Den Facebook-Messenger nutze ich gern für Direktnachrichten, das nehme ich an einigen Stellen bequemer wahr als die klassischen E-Mails.

Wie kam es zu der Idee von „herCareer“ (Messe und Plattform)?

Das „Messemachen“ habe ich von der Pike auf gelernt. Ich war mehr als 15 Jahre in einem Unternehmen beschäftigt, in dem ich neue Messen aufbauen und platzieren durfte. Innerhalb kürzester Zeit war ich in der Geschäftsleitung angekommen. Mit der Geburt meines zweiten Kindes habe ich mich dann entschieden, meinem Partner und dem ersten Kind nach München zu folgen, da es auch keine Perspektive mehr für mich im Unternehmen auf gleicher Ebene gab.  Nur vier Monate nach Ablauf der Kündigungsfrist habe ich die messe.rocks GmbH im Münchner Osten angemeldet und bin mit herCAREER „losgelaufen“. Da ich einen Bezug zur Personalbranche hatte und Recruitingmessen noch für meinen alten Arbeitsgeber konzipiert und umgesetzt hatte, dort das Frauenthema aber wieder eingestampft wurde, dachte ich: Das kann ich besser. Das Ergebnis ist heute die herCAREER.

Foto: Franz Pfluegl her-career.com

 

Warum sollte man unbedingt zur „herCareer“ gehen?

Zunächst möchte ich sagen, dass sich die herCAREER wirklich vom klassischen Format Jobmesse und Karrieremesse deutlich abhebt. Natürlich gibt es die klassischen Messestände, aber das war es dann auch schon fast. Die Messe ist primär eine Anlaufstelle für Frauen, ganz gleich wo sie beruflich gerade stehen – am Jobsteinstieg, Aufstieg oder in der Gründung eines eigenen Unternehmens.

Eines unserer Kernthemen ist der Austausch auf Augenhöhe. Bei herCAREER stehen mit Vorständen, Aufsichtsrätinnen, Gründerinnen, Business Angels, Pressevertreterinnen, Personalverantwortlichen und Politikerinnen – von der Philosophin bis hin zur Wissenschaftlerin –unglaublich großartige Persönlichkeiten zum Austausch zur Verfügung. Und dieser Austausch wird wirklich gelebt. Wir vernetzen, wir geben Einblicke, die man sonst nicht über Webseite eines Unternehmens erfährt. Wir bringen Menschen zusammen und unterstützen sie dabei, zu wachsen.

Was rätst du Gründerinnen? Was ist dein Spezial-Tipp oder dein persönliches bestes Learning? 

Gründen heißt auch immer verkaufen. Und zwar das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung. Kaum ein Dritter wird euer Produkt oder eure Dienstleistung mit der Begeisterung verkaufen können wie ihr. Für mich ist der Vertrieb immer das Herzstück eines Unternehmens. Durch den Austausch mit dem Kunden bekommt ihr zudem auch unmittelbar Feedback. Das ist wichtig für die weitere Ausrichtung.

Wie können Gründerinnen mit dir in Kontakt treten?

Über alle genannten Social-Media-Kanäle und via E-Mail oder Telefon. Gründerinnen, insbesondere Unternehmerinnen, die bereits über die Gründungsphase hinaus sind haben oft einen Schatz an Erfahrungswerten. Getreu dem Motto: Man muss nicht alles wissen, aber man muss wissen wen man dazu fragen kann, laden wir all jene ein, die bereit sind ihr konkretes Wissen auf der herCAREER zu teilen.

Das Call-for-Paper-Verfahren ist bereits für das kommende Jahr geöffnet. Wichtig: Es soll ein Thema mit ganz konkretem Mehrwert sein: Wie habe ich mit Künstlicher Intelligenz mein Business auf die nächste Stufe gehoben? Wie bin ich vorgegangen, wie habe ich mir einen passenden Dienstleister gesucht? Welche Fragen haben wir in diesem Zusammenhang erarbeitet? Wie schaffe ich es, ein IT-Projekt zum Laufen zu bringen ohne IT- & Programmierkenntnisse?

Wir suchen pragmatische Themen, die anderen helfen, mit Herausforderungen in genau dem Umfeld umzugehen. Wenn ihr ein spannendes Thema habt, dann bewerbt euch hier: www.her-career.com

Passend zum Thema: Natascha Hoffner im #FemaleFounders Who’s Who